JHelioviewer – Wir sind alle nur Sternenstaub

Unsere Sonne am 16.02.2011 (17,1 nm + 19,3 nm + 30,4 nm Spektren kombiniert - erstellt mit JHelioviewer)

Unsere Sonne am 16.02.2011 (17,1 nm + 19,3 nm + 30,4 nm Spektren kombiniert - erstellt mit JHelioviewer)

Der Mensch, aus Sternenstaub geboren wie alles im Universum, am Rande der Milchstraße, die eine unter Milliarden anderer Galaxien ist. Laut neusten Hochrechnungen gibt es allein in unserer Galaxie über 50 Milliarden Planeten. Davon befinden sich 500 Millionen Planeten in der habitalen Zone um einen Stern, das bedeutet 500 Millionen mögliche Planeten auf denen sich Leben entwickelt haben könnte.

Ohne das Licht unserer Sonne, hätte das Leben auf der Erde wie wir es kennen nicht entstehen können, die treibende Kraft auf unserem Planeten ist die Sonne. Doch manchmal kann die Sonne auch zur Gefahr für unsere moderne Gesellschaft werden. Wenn sie in ihrer aktiven Phase Plasma ins All schleudert, kann dieser Teilchenschauer auf das irdische Magnetfeld treffen. Das ausgestoßene Plasma besteht hauptsächlich aus Elektronen und Protonen. Wenn diese Teilchen mit ihrer hohen Energie auf die Moleküle der Erdatmosphäre treffen führt dies zu Leuchterscheinungen, der Aurora bzw. dem Polarlicht. Besonders starke Sonneneruption können noch mehr folgen haben, durch den Sonnensturm beginnt das Erdmagnetfeld zu schwanken was zu Stromspitzen in Überlandleitungen durch geomagnetisch induzierte Ströme führt. So sind vor allem die Trafostationen der Hochspannungsnetze sowie Satelliten betroffen.


Doku Tipps:
alpha Centauri Video – 1. Was sind solare Flares
alpha Centauri Video – 2. Was ist der Sonnenwind? 05.08.2001
alpha Centauri Video – 3. Was sind Sonnenflecken und Sonnenstürme? 18.07.1999
alpha Centauri Video – 4. Was ist der Superflare vom 27.12.2004? 27.10.2009
alpha Centauri Video – 5. Was ist ein Nordlicht? 25.04.1999

Am 28. August 1859 trat der stärkste jemals registrierte Sonnensturm auf. Es waren Polarlichter bis nach Italien sichtbar, bei Telegrafenstationen in Europa und Nordamerika schlugen Funken aus den Leitungen, manche Station fing Feuer. Damals gab es noch kein Internet, kein GPS, kein großes Elektrizitätsnetz. Heute wäre solch ein Sturm der Super-GAU.

SDOs startete mit einer Atlas V(401)-Rakete am 11. Februar 2010

SDOs startete mit einer Atlas V(401)-Rakete am 11. Februar 2010

Um diese Gefahren besser Abschätzen zu können und Vorhersagen sowie Warnungen zu treffen laufen verschiedene Programme der NASA und ESA. So wurde am 11. Februar 2010 die Sonde SDO (Solar Dynamics Observatory) der NASA gestartet, die Mission dient zur Erforschung der Vorgänge der Sonne und wird die Messungen der älteren Sonde SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) fortführen.

Folgende Instrumente sind Anboard der SDO Sonde:

  • Extreme Ultraviolet Variability Experiment (EVE)
  • Helioseismic and Magnetic Imager (HMI)
  • Atmospheric Imaging Assembly (AIA)
  • Die Sonde wird die gemessenen wissenschaftlichen Daten über eine Hochgeschwindigkeitsfunkverbindung mit 130 Megabit pro Sekunde im Ka-Band bei 26 GHz übertragen, für die der Satellit zwei Antennen besitzt. Eine speziell für die SDO-Mission gebaute Bodenstation auf der White Sands Missile Range mit zwei redundanten 18-Meter-Antennen wird die Daten empfangen. Der Datenstrom wird bis zu 300 Mbit/s, die durchschnittliche täglich erfasste Datenmenge wird etwa 1,5 Terabyte betragen.

    ESA JHelioviewer – Google Earth für die Sonne

    Eigene Sonnenbilder können mit dem JHelioviewer erzeugt werden.

    Eigene Sonnenbilder können mit dem JHelioviewer erzeugt werden.

    Der JHelioviewer lässt sich wohl am ehesten als ein Google Earth für die Sonne beschreiben. Man hat Zugriff auf die aktuellen Bilder der SDO und SOHO Sonden sowie auf alle Archivbilder. Mit diesem Programm lassen sich die Sondenbilder eines bestimmten Zeitintervalls abrufen. Verfügbar sind folgende Spektralbereiche: 9,4nm 13,1nm 17,1nm 19,3nm 21,1nm 30,4nm 35,5nm 160nm 170nm 450nm. Diese lassen sich außerdem auf verschiedene Ebenen (Layer) übereinander stapeln. So wählt man zum Beispiel mehrere Wellenlängenbereiche aus dem UV-Bereich und überlagert diese, indem man einen Farbkanal ausblendet oder die Transparenz einer Ebene reduziert. Auf diese Weise lassen sich hochauflösende Standbilder oder Videos erzeugen. Zur Verarbeitung können die Bilder auch in voller Auflösung heruntergeladen werden, was sich beim erstellen von Videos empfiehlt, da bei der Anzeige nur Bildbereiche heruntergeladen werden. Außerdem können eine Vielzahl von „HEK Events“ eingeblendet werden, hierbei handelt es sich um interaktive Bereiche die auf die Sonne projiziert werden und einen Sonnenfleck, Flares oder Koronale Massenauswürfe markieren.

    Der ESA JHelioviewer kann hier für Windows und Mac heruntergeladen werden. Den Helioviewer gibt es auch als Onlineversion: helioviewer.org allerdings mit reduziertem Funktionsumfang.

    Hier einige Beispielbilder die ich erzeugt habe (17,1nm + 19,3nm + 30,4nm Spektren kombiniert)

    Zeitraffervideo:

    (erstellt mit JHelioviewer)
    Video 1: Solarer Flare am 6.12.2010 zw 13.00 Uhr und 23.00 Uhr
    Video 2: Solarer Flare am 14.02.2011 Valentinstag
    Video 3: Globale Sonneneruption 01.08.2010 (NASA Link)
    Video 4: Youtube: NASA | SDO’s Instruments: AIA
    Video 5: Youtube: JHelioviewer Video Tutorial


    Hier einige Speicherstände zum laden im JHelioviewer SavedStates_JHelioviewer.zip (3 kB)

    Weiterführende Links:

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